Im Kloster

Schwester Theresia vom Kinde Jesu, wie sie sich nennt, ist glücklich, aber ...

das alltägliche Leben der Karmelitinnen bringt verschiedene Leiden mit sich: das Aufeinanderprallen durch das Leben in der Gemeinschaft, die Kälte, die neuen Essgewohnheiten, die Trockenheit im Gebet, die Krankheit ihres so sehr geliebten Vaters.

Am 10. Januar 1889 wird Theresia eingekleidet. Ein großer Friede überkommt sie am 8. September 1890, als sie endlich ihre Profess ablegt. Schwester Theresia ist ständig auf der Suche nach der Heiligkeit. Sie erkennt, dass sie, indem sie klein bleibt und es immer mehr wird, in die Arme Jesu gelangt.

Theresia wird aufgetragen, ihre Kindheitserinnerungen niederzuschreiben. Sie gibt der Priorin eine Übersicht ihres Lebens unter dem Licht der Barmherzigen Liebe und teilt die Geheimnisse ihres kleinen Weges mit. Während der Karwoche 1896 erleidet Theresia zwei Bluthustenanfälle. Weit davon entfernt, darüber zu erschrecken, sieht sie hier vielmehr einen Ruf Jesu und freut sich, bald zu ihm gelangen zu können.

Im Laufe des Sommers quälen sie beim Gebet seltsame große "Wünsche": Sie möchte Priester, Prophet, Kirchenlehrer, Missionar, Märtyrer werden. Sie erkennt ihre eigentliche Berufung: "Im Herzen der Kirche, meiner Mutter, werde ich die Liebe sein. Auf diese Weise werde ich alles sein." Ihr Wunsch "Seelen zu retten" verfolgt sie ständig.

Die Tuberkulose schreitet fort. Im April 1897 muss sie erschöpft das gemeinschaftliche Leben aufgeben. Am 8. Juli wird sie in die Krankenabteilung gebracht. Theresia lebt bis zum Ende im Vertrauen und der Liebe. Sie identifiziert sich mit dem leidenden Jesus und opfert alles für die Sünder auf. Sie hat den großen Wunsch, nach ihrem Tode Gutes zu tun, vom Himmel Rosen regnen zu lassen.

Theresia stirbt am 30. September 1897 mit den letzten Worten: "Mein Gott, ich liebe dich!"
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