Missionarin

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Seelen retten

Es war an einem Sonntag im Juli 1887, als Theresia in der Kathedrale Saint Pierre in Lisieux während der Messe die eucharistische Gnade ihrer Mission erhielt.

"Als ich eines Sonntags die Photographie unseres Herrn am Kreuz betrachtete, ward ich betroffen vom Blute, das aus einer seiner Göttlichen Hände floss. Ich empfand tiefen Schmerz beim Gedanken, dass dies Blut zur Erde fiel, ohne dass jemand herzueilte, es aufzufangen. Ich beschloss, im Geiste meinen Standort am Fuße des Kreuzes zu nehmen, um den ihm entfließenden Göttlichen Tau aufzufangen, und begriff, dass ich ihn nachher über die Seelen ausgießen müsse ... Der Schrei Jesu am Kreuz widerhallte ununterbrochen in meiner Seele: "Mich dürstet!" Diese Worte entfachten in mir ein unbekanntes, heftiges Feuer...Ich wollte meinem Viel-Geliebten zu trinken geben und ich fühlte mich selbst vom Durst nach Seelen verzehrt ... Noch waren es nicht Priesterseelen, zu denen es mich hinzog, sondern die der großen Sünder, ich brannte vor Verlangen, sie den ewigen Flammen zu entreißen."

(Therese von Lisieux, Selbstbiographie, Johannes-Verlag, Leutesdorf, 1991, S. 97.)

Ihre Mission im Karmel

Um ihre Mission intensiver realisieren zu können, fühlte sich Theresia in den Karmel berufen, ihrem großen Vorbild Theresia von Avila folgend. Beim Eintritt in den Karmel sagte sie:

"Ich bin gekommen, um Seelen zu retten, und vor allem, um für die Priester zu beten."

Jesus zu lieben und ihn für die Menschen liebens-wert zu machen, wird zu ihrem Lebensziel. Unterstützung erhielt sie durch Abbé Maurice Bellière, Seminarist von 21 Jahren, im heutigen Malawi tätig, der seinerseits für die Ausübung seiner Berufung um ihre Hilfe bat. Theresia schrieb ihm 11 wichtige Briefe. Père Adolphe Roulland, der in China wirkte, korrespondierte auch mit Theresia. Beide sorgten dafür, dass Theresia ihren missionarischen Horizont weit über die Grenzen von Lisieux hinaus erweitern konnte. Sie wurde selber auch zur Missionarin. So wollte Theresia die Welt bereisen, das Evangelium in allen fünf Erdteilen verbreiten, und dies bis zum Ende der Welt.
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Ihre Mission im Himmel

Theresias Wunsch zur Weltmissionarin wird noch intensiver auf ihrem Sterbebett. Sie hofft so sehr, auch noch nach ihrem Tod ihre Mission erfüllen zu können:

"Ich rechne fest damit, im Himmel nicht auszuruhen. Mein Wunsch wird dann immer noch sein, für die Kirche und die Seelen zu arbeiten. Ich bitte den lieben Gott darum und ich bin sicher, er wird mich erhören."
"Ich fühle vor allem, dass meine Mission beginnen wird, meine Mission, dass der liebe Gott so geliebt wird wie ich ihn liebe und dass ich meinen kleinen Weg den Seelen zeigen darf."
"Ich will meinen Himmel damit verbringen, bis an der Welten Ende Gutes auf Erden zu tun."


Die Kirche hat Theresia von Lisieux 1927 zur Patronin der Weltmission erklärt, erstaunlich, da Theresia ihre Klosterzelle nie verlassen hat. Sie investierte im täglichen Leben in die Liebe Gottes und strahlte in die ganze Welt seine Barmherzigkeit aus. Theresia hat Wort gehalten. Eine Menge Priester und Missionare haben sich bei der Ausübung ihrer "Berufung" Theresia anvertraut. Mehr als 50 Kongregationen in der Welt berufen sich auf die Spiritualität der heiligen Theresia: in Frankreich, Italien, Polen, in der Schweiz, in Deutschland, auf Haiti, in den USA, in Brasilien, Kanada, Mexiko, Kolumbien, Neu-Guinea, Zaire, Uganda, Tansania, Burundi, Malawi, Benin, Kamerun, Indien, China, auf den Philippinen und im Libanon.Täglich ist ihr Reliquienschrein in der ganzen Welt unterwegs. In den Jahren 2007 und 2008 war Theresia in Deutschland. Ich selbst habe sie an Pfingsten 2008 in Koblenz/Vallendar bei den Schönstattschwestern besucht - ein unvergessliches Erlebnis!
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