Predigthilfen selige Eltern

Für jedes Neugeborene, das das Licht dieser Welt erblickt, sind die Eltern die wichtigsten Bezugspersonen. Ohne sie wäre es nicht imstande zu überleben. Auch in seinem weiteren Leben spielen die Eltern eine wichtige Rolle, sie sollen Vorbild und Wegweiser sein, sie sollen durch ihr Handeln und (Vor)Leben dem Kind eine Richtschnur für sein eigenes Leben darstellen. Leider ist das gerade heutzutage nicht in allen Familien so. Dies hängt meines Erachtens auch bedauernswerterweise damit zusammen, dass der Glaube in vielen Familien am Verdunsten ist. Christliche Werte spielen nicht mehr die Hauptrolle, verschwinden oft hinter materialistischem Denken und Handeln. Bestimmt war zur Zeit meiner Kindheit manches übertrieben, unreflektiert von Vorfahren übernommen, aber wir wussten noch, was sich gehört, welchen Wert Respekt hat, Rücksichtnahme, Toleranz, Hilfsbereitschaft, und wir hatten unseren Glauben, etwas, woran wir uns halten konnten. Das hat mein Leben bis heute geprägt und darüber bin ich froh.

Zu Theresias Zeiten, Ende des 19. Jahrhunderts, waren die Familien in ihrem Glauben fest verankert, auch in Frankreich, obwohl verschiedene Strömungen den Menschen beeinflussen wollten. Wer aber in einer festen spirituellen Beziehung zu Gott und seinem Glauben lebte, den konnte so schnell nichts erschüttern und der konnte so manche Lebensprüfung bestehen.

In diesem Zusammenhang sind vor allem die Eltern der hl. Theresia, Louis und Zélie Martin, zu nennen. Ihnen wurde in ihrem Zusammenleben so manche Bürde auferlegt, allein 4 Kinder zu Grabe zu tragen, ohne seinen Glauben zu verlieren, ist bewundernswert. Als Mutter frage ich mich, wie man das überhaupt aushalten kann. Dann wurden sie auch von Krankheiten nicht verschont und Frau Martin verlor ihr Leben, als Theresia gerade mal viereinhalb Jahre alt war, ein schwerer Schlag für Herrn Martin. Aber sie haben nie mit Gott gehadert, sie haben das, was das Leben ihnen geboten hat, angenommen, ja, sogar dankbar angenommen im Vertrauen auf Gott.

Dass die Eheleute Martin am 19. Oktober 2008 selig gesprochen wurden, hat nichts damit zu tun, dass ihr Tochter bereits eine Heilige ist. Nein, sie haben Wunder gewirkt und den kleinen Pietro Schiliró geheilt. Dies ist unumstritten. Sie kümmern sich vor allem um kranke Kinder. Inzwischen läuft der Heiligsprechungsprozess, da weiterhin von Wundern die Rede ist. Ich bin sicher, dass die Heiligsprechung nicht mehr lange auf sich warten lässt.

Louis und Zélie Martin sind verehrungswürdig, sie sind Fürsprecher bei Gott und Helfer bei familiären Anliegen. Sie haben ihre Kinder für Gott und in seinem Sinne erzogen, ihr christliches Fundament hat für uns Vorbildcharakter.

Die folgenden Seiten sollen denen, die, wann und wo auch immer, das Evangelium auslegen, eine spirituelle Hilfe sein und eine Informationsquelle für diejenigen, die mehr über die seligen Eltern der heiligen Theresia wissen wollen.