Therese, meine Schwester

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Pünktlich zur Theresienfeier, am Sonntag, 26. September 2010, erscheint im PAULINUS-Verlag in Trier ein neues Buch mit Gebeten zur heiligen Theresia von Lisieux und zu ihren seligen Eltern.

Mit diesem Werk hat Dechant Klaus Leist, langjähriger Pilgerleiter der Kutzhofer Theresienwallfahrten, wieder eine Lücke in der Theresienliteratur geschlossen. Mit diesen Gebeten hat er das aufgegriffen und zusammengefasst, was viele Pilger im Laufe der letzten 33 Jahre von Kutzhof aus auf den Wallfahrten gedacht und erbeten haben. Die ungebrochene Faszination an der kleinen Heiligen aus Lisieux, wie sie genannt wird, beweist, dass Therese ein Heilige für die Neuzeit, für unsere moderne Zeit ist und dass das Gebet nicht nur für die Heiligen eine wichtige Rolle spielt, sondern auch für diejenigen, die diese Heiligen verehren und auf sie vertrauen, die sich ihnen mit ihrem Leben und Lebensvollzügen anvertrauen.

Das Gebet war für Theresia von Lisieux (1873-1897) die Zeit Gottes, weil Gott gerade in dieser Zeit, in den Augenblicken des Gebetes, dem Menschen besonders nahe ist. Das will sie auch die Menschen von heute lehren und sie dadurch zu Jesus führen. Den Menschen der heutigen Zeit möchte sie nicht nur Wegbegleiterin, Freundin und Schwester sein, sondern auch Fürsprecherin. Hierzu laden auch ihre 2008 selig gesprochenen Eltern ein. Die Gebete in diesem Büchlein sind für die heutige Zeit und für alle Lebenssituationen wohltuend und verständlich formuliert und beinhalten die zentralen Lebensthemen der Heiligen und ihrer Eltern Louis und Zélie Martin.

In dem Buch finden sich Buntbilder wie auch schwarz-weiß Bilder der heiligen Theresia und ihrer seligen Eltern sowie von den Theresienstätten in und um Lisieux. Diese laden den Leser wie auch den Beter ein, sich von diesen gottbegnadeten Menschen ansprechen und mitnehmen zu lassen.
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Grundlage für alle Gebete sind Gedanken und Zitate der heiligen Theresia von Lisieux. Ausgehend von diesen Zitaten sind die Gebete formuliert für jeden Beter und auch für diejenigen, die die Heilige nicht oder nur sehr wenig kennen. Die heilige Theresia ist für jeden Schwester, Freundin und Wegbegleiterin, der sie hierzu haben möchte. Deswegen finden sich Gebete für Kinder, Jugendliche, Ehepaare, Familien, kranke und leidende sowie sterbende Menschen. Auch für die Priester, die im Leben der kleinen Heiligen eine große Rolle gespielt haben, findet sich ein Gebet. Hat sie doch selber einmal gesagt: Ich bin in den Karmel gekommen, um Seelen zu retten, um für die Priester zu beten." Ebenso ist an die Ordensleute gedacht wie auch ein Gebet in ganz persönlichen Anliegen. Selbst das liturgische Gebet der Kirche am 1. Oktober, dem Gedenktag der heiligen Theresia von Lisieux, fehlt nicht.

Eine große Bereicherung für die Theresienspiritualität und die Theresienliteratur birgt dieses Buch auch. Erstmals finden sich Gebete zu den 2008 selig gesprochenen Eltern der Heiligen und ein gemeinsames Gebet zu Therese und zu ihren seligen Eltern. Sehr schön hat der Autor das Theresienzitat zu ihren Eltern aufgegriffen und ins Gebet gefasst: Der liebe Gott hat mir einen Vater und eine Mutter gegeben, die mehr des Himmels als der Erde würdig waren."

Poetisch hervor sticht dem Buchtitel entsprechend gleich schon das erste Gebet Therese, meine Schwester". Zwei weitere Schätze dieses kleinen Werkes sind die beiden Litaneien zu Theresia und zu ihren seligen Eltern, die nicht nur die profunde Kenntnis des Autors zu Therese und ihren Eltern beweist, sondern auch dessen spirituelle Nähe.
Beten ein Fremdwort? Beten aber wie? Beten zu wem?

Dechant Klaus Leist hat mit seinem Gebetsbüchlein zur Heiligen Theresia von Lisieux und ihren seligen Eltern eine sehr einfühlsame Antwort auf diese Fragen gegeben.
Die aus der Normandie stammende Karmeliterin Theresia (1873-1897) und ihre Eltern als Fürsprecher, Wegbegleiter und Brücke zu Gott zu verehren, prägen sehr die theologische und spirituelle Weltanschauung des Autors. Alle selbst verfassten Gebete sind mit viel Herzblut formuliert und ein Spiegelbild der inneren Verbundenheit und Liebe des Autors zu dieser Familie Martin.
Wer das Büchlein in Händen hält, findet, egal wonach er sucht, eine Antwort im Gebet und durch das Beten einen Zugang zu Theresia und ihren Eltern und somit zu Gott. Durch die heilige Theresia will der Autor die Beter zu Gott hinführen, damit sie ihn für ihr Leben finden.
Die wichtigsten Stationen der theresianischen Spiritualität sind auf ansprechenden Seiten zusammen gefasst:

· die Liebe als Theresias Berufung, ihre Liebe zu Gott und zu den Mitmenschen
· ihr Wirken als Missionarin über ihren Tod hinaus
· ihr kleiner Weg, verbunden mit dem Weg des Vertrauens und
· ihr Beistand, den sie als Rosenregen" versteht.

Der Titel Therese, meine Schwester" macht diese Heilige familiär, vertrauenswürdig, liebenswert und unersetzbar. Man wird eingeladen, diese Schwester" näher kennen und lieben zu lernen.
Seit der Seligsprechung der Eltern Louis und Zélie Martin am 19. Oktober 2008 sind sowohl Herr als auch Frau Martin verehrungswürdig. Dechant Klaus Leist hat dies in gelungener Weise am Ende seines Büchleins berücksichtigt. Mir persönlich gefällt dabei besonders die Litanei zu diesem vorbildhaften Ehepaar.
Die Aufmachung des Büchleins ist sehr ansprechend, in einem handlichen, überschaubaren Format und in dezentem Farbton.
Vielfältig und treffend ist die Auswahl der Bilder sowohl in bunt als auch in schwarz-weiß. Diese visuellen Impressionen lockern die Texte auf, untermalen und bereichern sie und motivieren zum Beten und zur Meditation.
Bei allem Angebot theresianischer Literatur ein beachtenswertes Werk!
Es wäre wünschenswert, dass die Erstauflage von 5.000 Exemplaren eine schnelle Verbreitung findet.

Ilona Engel